13.02.2012

Bilanz für 2011

Kriminalpräventiver Rat: Die Problembeseitiger

Der Kriminalpräventive Rat zieht für die Arbeitsgruppen Jugend und Senioren die Bilanz für das Jahr 2011. Lob von Schlie und Schmalfuß.

Von Andreas Burgmayer

Foto: Andreas Burgmayer

Wolfgang Banse bietet unter Telefon 040/53 59 55 22 (nicht mehr aktuell!! siehe links Navigation)die "Helpline" an. Egal, welches Problem ein Jugendlicher hat - hier finden er oder seine Eltern Rat

Norderstedt. Ein noch größeres Lob hätte es für den Kriminalpräventiven Rat der Stadt Norderstedt nicht geben können. Der Innenminister Klaus Schlie und der Justizminister Emil Schmalfuß waren im Januar nach Norderstedt gekommen, um die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Gerichten und Jugendhilfe kennenzulernen. Am Ende nannten sie den Rat ein "Leuchtturmprojekt für das ganze Land". Jetzt haben die Akteure des Rates die Bilanz für das Jahr 2011 gezogen. 

Die weitaus meisten Angebote kommen aus der Arbeitsgruppe Jugend. Die Leitung hat der mittlerweile in den Ruhestand verabschiedete, ehemalige Jugendsachbearbeiter der Norderstedter Polizei, Wolfgang Banse. Zu den bislang 16 Teilnehmern aus der Jugendarbeit, den Schulen, den Gerichten und der Polizei hat sich nun noch die Integrationsbeauftragte der Stadt, Heide Kröger, gesellt. "Es gibt in den Projekten viele Anknüpfungspunkte für die Integrationsarbeit. Immerhin sind die Hälfte der Jugendlichen mit Problemen in Norderstedt Migranten", sagt Kröger. Aber auch Angebote rund um die Sicherheit und Prävention für Migranten im Seniorenalter fehlten, so Kröger.

Für die diversen Projekte der AG Jugend zog Wolfgang Banse Bilanz. Das "Parade-Projekt Plan haben", das freiwillige Paten an verhaltensauffällige Jugendliche im Alter zwischen 10 und 15 Jahren vermittele, laufe hervorragend. Vier Patenschaften der Vorjahre wurden fortgesetzt. Ganze fünf neue Patenschaften wurden 2011 gegründet, nur eine wurde vorzeitig wieder beendet. "Die Paten treffen sich mindestens einmal die Woche mit ihren Jugendlichen, machen Ausflüge mit ihnen, führen Gespräche oder helfen bei Schwierigkeiten weiter", sagt Banse.

Auch das neu initiierte Projekt "Mach was!", das sich an straffällig gewordene Jugendliche zwischen 17 und 22 Jahren richtet, die aus eigener Kraft den gewünschten Ausstieg aus der schiefen Bahn nicht hinbekommen, lief mit großem Erfolg an. "Es haben sich 25 Freiwillige gemeldet, die mit diesen Jugendlichen als Paten deren Probleme angehen wollen", sagt Banse. Allein: Es fehlen noch die Jugendlichen. Derzeit sei erst eine Patenschaft angelaufen, die bei der Einrichtung "Lichtblick" in der Vicelin-Schalom-Gemeinde angesiedelt ist. Die anderen Ehrenamtlichen befinden sich noch in der Schulung für die Aufgabe. "Die Paten dürfen nicht das Gefühl haben: Ich habe mich gemeldet, jetzt passiert nichts. Auch wenn sie noch keine Patenschaften haben, planen wir Treffen, um ihnen das Gefühl zu geben, sie gehören dazu", sagte Banse.

Kaum Resonanz hat das Projekt "Gewalt macht keine Schule" gefunden. Gewalttätig gewordene Schüler zwischen 13 und 16 Jahren sollen in Anti-Aggressionstrainings lernen, mit ihrer Wut umzugehen. Doch die anberaumten Kurse in einer Beratungsstelle kamen nie richtig ins Laufen. Der Rat prüft nun, das Projekt direkt an nur einer Schule anzusiedeln, damit die Schüler keine weiten Wege haben.

Reinhard Kohrenke ist der Leiter der Arbeitsgruppe Senioren - und ihr Dreh- und Angelpunkt. "Es ist nicht leicht, Senioren für die Mitarbeit zu gewinnen", sagt Kohrenke. Im Jahr 2011 waren die Schwerpunkte der Senioren-Gruppe die Prävention zu Themen wie Tricks an der Haustür, Gewinnversprechen am Telefon oder Gefahren im Internet. "Wir informieren die Senioren bei Zusammenkünften, wenn es Kaffee und Kuchen gibt. Senioren wollen nicht bevormundet werden, sie müssen einfühlsam informiert werden. Dann tauen sie auf und hören gut zu", sagt Kohrenke, der damit auch von sich auf andere schloss. Kohrenke: "So sind wir eben, wir Senioren!"