Neujahrsempfang

Eine Riesentorte zum 40. Geburtstag

Die Bürger stellten sich eilig in die Schlange, als Hans-Joachim Grote und Stadtpräsidentin Kathrin Oehme die ersten Stücke abschnitten.

Von Michael Schick

Norderstedt. 15 Kilo Marzipan, von Konditoren zu einer fast 90 Kilo schweren und vier Stockwerke hohen Torte gestaltet - das war das Geburtstagsgeschenk, das die Stadt ihren Bürgern beim gestrigen Neujahrsempfang spendierte. Und die stellten sich eilig in die Schlange, als Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote und Stadtpräsidentin Kathrin Oehme die ersten Stücke abschnitten. "Herzlichen Glückwunsch, Norderstedt", hatte Grote kurz vorher gerufen und der Stadt zum 40. Geburtstag gratuliert: "Es ist unsere Stadt, und wir können stolz darauf sein."  

Am 1. Januar 1970 wurden die Gemeinden Harksheide, Garstedt, Glashütte und Friedrichsgabe zu Norderstedt zusammengelegt. Was dabei herausgekommen ist, sei durchaus gelungen. Das zeige sich nicht nur am kontinuierlichen Wachstum. Zur Geburtsstunde lebten 55 770 Menschen hier, genau 40 Jahre später seien es 75 055. "Die Gemeinden sind zu einem funktionierenden Gemeinwesen zusammengewachsen. Die Bürger fühlen sich als Norderstedter, aber auch als Harksheider, Friedrichsgaber, Glashütter und Garstedter", sagte der Verwaltungschef. Die Identifikation mit dem Stadtteil, mit der Nachbarschaft und der Kontakt zu Freunden - das werde in den nächsten Jahren immer wichtiger.

Grote und Oehme mussten in diesem Jahr ungewöhnlich viele Hände schütteln: Rund 500 Besucher waren in die "TriBühne" gekommen. Auch SPD-Bürgermeister-Kandidatin Katharina Kriston begrüßte Grote, ihren vermeintlichen Konkurrenten im Kampf um den Chefsessel im Rathaus. Grote hat seine erneute Kandidatur offiziell allerdings noch nicht verkündet. Katharina Kriston bemühte sich um Kontakt zu den Bürgern, sprach mit Gemeindewehrführer Joachim Seyferth. "Ich werde demnächst die Feuerwehr besuchen. Ich bin mit vielen ins Gespräch gekommen, die meisten haben mich sogar erkannt, was mich natürlich freut", sagte Kriston.

"Viele Norderstedter engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen, in den Feuerwehren und anderen Institutionen. Dieses vielfältige Engagement macht eine Gemeinschaft aus und verdient hohe Anerkennung", sagte Grote. Einer, der seit Jahren verhaltensauffälligen Jugendlichen sinnvolle Perspektiven bietet, ist Wolfgang Banse. Der Polizei-Oberkommissar ist nebenberuflich Motor und Initiator von "Plan haben". In dem Projekt kümmern sich erwachsene Paten ein- bis zweimal pro Woche um einen Jugendlichen, der droht, auf die schiefe Bahn zu geraten. Ziel ist, den Jungen und Mädchen am eigenen Beispiel zu zeigen, wie sie ihre Freizeit gestalten und Konflikte gewaltfrei lösen können. Für seinen Einsatz wurde Banse von der Stadtpräsidentin mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. "Ich nehme die Anerkennung stellvertretend für die vielen entgegen, die zum Erfolg des Projektes beitragen" sagte Banse, der mit "Plan haben" zum Vorreiter in Schleswig-Holstein geworden ist. Inzwischen kopieren andere Städte und Gemeinden diesen besonderen Ansatz zur Kriminalitäts-Vorbeugung.

Grote nannte zwei Schwerpunkte für die Stadtentwicklung: Bildung werde als Standortfaktor immer wichtiger. "Wir werden in nächster Zeit viel Geld in die Schulen investieren, um den Kindern und Jugendlichen möglichst gute Lernbedingungen zu schaffen", sagte der Oberbürgermeister. Zum anderen gehe es um das Älterwerden in der Gemeinschaft - die Menschen wollten so lange wie möglich in ihrer Nachbarschaft und gewohnten Umgebung bleiben. Dafür müssten Stadt und Wohnungswirtschaft gemeinsam die Voraussetzungen schaffen.

Unterhaltung gab es auch: Die Musiktheater-Akademie der Musikschule Norderstedt zeigte Szenen aus "Footloose" - das Musical soll im Juni Premiere feiern. Zauberer Marcel Kösling und Partnerin Barbara Sielaff unterhielten mit Liedern und verblüffenden Tricks.